Wolfgang Amadeus Mozart
Le nozze di Figaro

SH Landestheater

Premiere: 4. Oktober 2025

Musikalische Leitung Harish Shankar
Inszenierung Hendrik Müller
Bühne und Kostüme Marc Weeger
Dramaturgie Maximilian Eisenacher
Graf Almaviva Philipp Franke
Gräfin Almaviva Malgorzata Roclawska
Susanna Anna Avdalyan
Figaro Timo Hannig / Mikolaj Bonkowski
Cherubino Anna Stepanets
Marcellina Vera Semieniuk
Bartolo Changjun Lee / Mikolaj Bonkowski / Timo Hannig
Basilio / Don Curzio Dritan Angoni
Antonio Kai-Moritz von Blanckenburg
Barbarina Melissa Domingues

Mozarts herrliche italienische Komödie "Le Nozze di Figaro" funktioniert immer - aber nicht immer so brillant, so frech, so stürmisch wie jetzt am Schleswig-Holsteinischen Landestheater. Der Publikumsjubel war entsprechend enthusiastisch. Schon in der Ouvertüre wird überall gewuselt, im maximal aufgeregten Orchester genauso wie rund um den auf einer Drehbühne platzierten, stimmungsvoll ausgeleuchteten Seidentapeten-Paravent mit seinen Screwball-Klapptüren (Ausstattung: Marc Weeger). Da deutet sich schon viel an, was am "tollen Tag" von Figaros Hochzeit später für Chaos sorgen wird. Operndirektor Hendrik Müller glaubt fest an die szenischen Qualitäten des Librettos von Lorenzo da Ponte - völlig zu Recht.
Er interessiert sich wenig für die dahinterstehende Französische Revolution aus der Perspektive eines Beaumarchais, wenig für Ständedünkel und Gesellschaftsabgründe. Wichtiger sind ihm die unablässig gefährlich aus dem Ruder laufenden Lieb- und Seilschaften. Hier bleibt keiner unbeschadet, werden alle blind für die wahren Gefühle der Geliebten und Gehassten in der gräflichen Familie mit ihren aufmuckenden Bediensteten. Hier wird szenisch nichts neu erfunden oder interpretiert, aber alles richtig gemacht.
[Christian Strehk - Kieler Nachrichten, 10. Oktober 2025]

Die großartige Produktion riss das Publikum immer wieder zu Zwischenapplaus hin und am Schluss zu nicht enden wollenden Standing Ovations. [...] Er [Müller] stellt fein nuanciert die Facetten von Liebesirrungen und -verwirrungen, Gefühlschaos, Leidenschaft und Eifersucht in den Fokus seiner Regiearbeit, lässt Platz für Pianissimi und kleinste Pausen sowie perfektes Timing - trotz der theatral-prallen Präsentation. [...] Ein unvergesslicher Abend.
[G. Helbig - Das Opernglas, 11/2025]

Ein Graf in der Krise - Mozarts "Le nozze di Figaro" in Flensburg frenetisch gefeiert
Mozarts 1786 uraufgeführter Opern-Evergreen mit seiner deftigen Standeskritik am "Ancient Regime" hat jetzt am Schleswig-Holsteinischen Landestheater eine selbst für Flensburger Verhältnisse ungewöhnlich frenetisch bejubelte Premiere gefeiert. Zu Recht, denn Operndirektor Hendrik Müller und seinem Team ist eine unglaublich flotte, witzige, lebensechte und zugleich künstlerisch hochwertige Inszenierung gelungen.
In einem Ambiente irgendwie (neo-) klassizistischer Noblesse mit klassischen Säulen und knallenden Tapetentüren, aber auch mit banalem Büromobiliar (Ausstattung: Marc Weeger) spiegelt sich eine Gesellschaft im krisenhaften Übergang. Auch die modernen, hier und da mit barocken Anspielungen versehenen Kostüme illustrieren diese Unsicherheit. [...]
Auf der Bühne wird der muntere Schwung aus dem Vorspiel dankbar aufgenommen: Es gibt kaum einen Moment ohne Bewegung und keine Person, die mal unbeteiligt erscheint. Das wirkt indes nie überladen, sondern immer stimmig und natürlich. [...] Da bleibt kein Wunsch offen; und da gibt es keinen Moment der Langeweile.
[Christoph Kalies - Shz, 6. Oktober 2025]

Ein höchst erfreulicher und erfolgreicher Saisonauftakt gelingt der Sparte Musiktheater des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters mit Mozarts komischer Oper "Le nozze di Figaro". Die Premiere am Samstag wurde im nahezu ausverkauften Flensburger Stadttheater mit fast zehn Minuten stehendem Beifall geradezu frenetisch gefeiert.
Schon das Bühnenbild von Marc Weeger beeindruckt. Sehr effektvoll setzt er die Drehbühne ein, um die häufigen Szenenwechsel schnell und geschmeidig umzusetzen. Hohe Stellwände, die sich je nach Situation verschieben lassen, sowie darin eingelassene Türen, die das ewige Versteckspielen und heimliche Belauschen der Figuren ermöglichen, erzeugen eine mitreißende Dynamik. In diesem Kosmos lässt Operndirektor Hendrik Müller sein Ensemble schwungvoll agieren. [...] Dieser Saisonauftakt des Musiktheaterensembles macht unbedingt Appetit auf mehr.
[Lars Geerdes - wirklich, 10.-16. Oktober 2025]

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